Rissvermeidung während der Bearbeitung

Mehrere Gusseisengehäuse wurden von der Gießerei als Rohteil an den Endkunden ausgeliefert. Während der umfangreichen Bearbeitung rissen einige der Gussteile noch auf der Werkzeugbank. Der Gussteilabnehmer machte die Gießerei für ihre unzureichende Fertigungspraxis verantwortlich. Die Simulation des Eigenspannungszustandes zeigte Spannungen, die sehr moderat und weit unter der Fließgrenze lagen. Bei der nachfolgenden Simulation der Bearbeitung zeigte sich, dass sich durch die Spannungsumlagerung eine Spannungskonzentration im Teil ergab, die die Zugfestigkeit des Teils weit übertraf. Dies war der Grund für das Bauteilversagen beim Kunden.

Das Beispiel zeigt deutlich, dass Gießerei und Gussteilabnehmer so miteinander kommunizieren müssen, dass beide über den gesamten Herstellungsprozess informiert sind und damit den Einfluss jedes Fertigungsschrittes auf das Bauteilverhalten kennen und bewerten können.

Spannungsverteilung im Rohteil

Spannungsumlagerung nach der Bearbeitung (links) und gerissenes Gussteil (rechts)

* Mit freundlicher Genehmigung von Coupe Foundry, Großbritannien

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