Eisengießer diskutieren über wirtschaftliche Vorteile der Gießprozess-Simulation mit MAGMA

Aachen/Gummersbach, im Juni 2012. Rund 90 Teilnehmer trafen sich auf Einladung der MAGMA GmbH, Aachen, zum Seminar „Gusseisen – ein Werkstoff mit Zukunft“ in Gummersbach. Die Veranstaltung, die bereits zum siebten Mal stattfand, legte diesmal die Schwerpunkte auf die wirtschaftliche Nutzung der Gießprozess-Simulation und die Unterstützung in der Konstruktion von Eisengussbauteilen.

90 Vertreter von Gießereien und Gießerei-Kunden diskutierten auf dem 7. Eisenseminar der MAGMA über die wachsende und wirtschaftliche Bedeutung der Gießprozess-Simulation in Eisengießereien und bei Gussteilkonstrukteuren.

Dr. Jörg C. Sturm, Leiter Vertrieb, Engineering und Service der MAGMA, rechnete in seinem Eröffnungsvortrag an einer Vielzahl von Praxisbeispielen durch, wie sich durch die Gießprozess-Simulation Kosten im gesamten Produktentstehungsprozess einsparen lassen. Dazu gehören etwa die Reduzierung von Ausschuss, Prototypen und Entwicklungszeiten, das simulationsunterstützte Qualitätsmanagement oder die Substitution von Schmiede- und Schweißkonstruktionen durch gegossene Bauteile.

Diese direkten Möglichkeiten zur Kosteneinsparung stehen bei einer Investitionsentscheidung für die Einführung der Software zunächst im Vordergrund. Dies wurde in zwei Beiträgen der „jungen“ Anwender Alfred Nittka von der Eickhoff Gießerei und Denny Fritze von der Firma Kolbus demonstriert, die die Software erst ein Jahr nutzen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass darüber hinaus langfristig eine große Wertschöpfung der Gießprozess-Simulation auch durch so genannte “weiche“ Faktoren realisiert werden können: Simulation unterstützt die Kommunikation zwischen Gießern und Nicht-Gießern, hilft bei der Etablierung von Standards, Regeln und Verfahren, verstärkt den Wissenstransfer und sichert den Generationenwechsel.

Auf dem 7. MAGMA Eisenseminar diskutierten Gießer, Konstrukteure und MAGMA-Fachleute über die Bedeutung der Gießprozess-Simulation zur Realisierung wirtschaftlicher Gussteile

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war der Einsatz der Gießprozess-Simulation in der Konstruktion von Eisengussteilen. Die Referenten und Teilnehmer waren sich einig, dass der Einsatz von Gießprozess-Simulation bereits in der frühen Phase des Teilelebenszyklus wichtige Beiträge zu einer robusten Bauteilauslegung liefert. Die Gießprozess-Simulation hat in den letzten 20 Jahren vor allem in der Arbeitsvorbereitung der Gießereien die Auslegung von wirtschaftlichen und robusten Fertigungsprozessen unterstützt. In mehreren Vorträgen kam zum Ausdruck, wie wichtig der Beitrag der Gießprozess-Simulation in der Konstruktion für die Entwicklung von Gusseisenbauteilen ist, die gleichzeitig gussgerecht, leichter und leistungsfähiger sind. Hierbei sollten Konstrukteur und Gießer lokale Gusseigenschaften als Chance und nicht nur als Risiko begreifen, denn die Gießprozess-Simulation liefert entscheidende Hilfestellung. Dies wurde etwa im Beitrag von Mareike Apelt, Düker GmbH, deutlich, die aufzeigte, wie Problembereiche, die in der Fertigungssimulation erkannt werden, mit MAGMA einfach in die Konstruktionswelt integriert werden können. Erst wenn der Gießprozess mit seinen Auswirkungen auf das Gefüge und die lokal unterschiedlichen Teileeigenschaften schon beim Entwurf berücksichtigt wird, entstehen produzierbare Gussteile, die etwa neue Leichtbaukonzepte ermöglichen. Hierzu stellte Dr. Justus Heckmann vom Institut für Gießereitechnik neue Entwicklungen zur quantitativen Bewertung von Gefügen und Eigenschaften von ADI vor (ADI = Ausferritisches Gusseisen). Dr. Wolfgang Knote von Franken Guss Kitzingen forderte in seinem Überblick die Gießer auf, in einen aktiven, „selbstbewussten“ Dialog mit den Konstrukteuren einzusteigen.

Die Sicht und die Nöte des Konstrukteurs vertrat Bernhard Ludas von Voith Turbo Wind, der die Lösungsmöglichkeiten für eine Integration der Gießprozess-Simulation in den Entwicklungsprozess von komplexen Maschinenbauteilen diskutierte.

Möglich wird der frühzeitige Einsatz der Simulation auch durch den Fortschritt in der Hardwaretechnik, wie Holger Gernhard von der Eisengießerei Torgelow aufzeigte: Die Nutzung parallel rechnender Rechnertechnologie, die heute auf PC-Basis zu erschwinglichen Kosten zur Verfügung steht, sorgt dafür, dass die Gießprozess-Simulation hinreichend schnelle Antworten auf die konstruktiven Fragen in der Entwicklungsphase gibt.

Die überwiegende Anzahl von Beiträgen wurde von Anwendern und Nutzern der Gießprozess-Simulation geleistet. Dabei wurden auch die ersten Anwendungs-Erfahrungen des neuen Moduls ‚Core&Mold’ für die Simulation der Kernherstellung von Dr. Anton Rechsteiner, Leiter Engineering der vonRoll Castings diskutiert.

Darüber hinaus setzte MAGMA in eigenen Vorträgen weitere Schwerpunkte im Bereich neuer Möglichkeiten zur Vorhersage von Spannungen und Verzügen und der quantitativen Vorhersage von Eigenschaften für die integrierte Festigkeitsauslegung von Bauteilen.

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